Strumpfbandnattern sind überwiegend auf dem Nordamerikanischen Kontinent beheimatet, und leben in der Nähe von stehenden oder fließenden Gewässern, wo sie Fische und Frösche jagen. Dementsprechend sollte das Terrarium mit einem Wasserbecken ausgestattet sein, in dem die Tiere gerne und ausgiebig schwimmen. Mein neues Terrarium hat eine Größe von 100(L) x 60(T) x (60)H cm und dient einem Männchen und einem Weibchen als Zuhause. Das alte Strumpfbandnattern-Terrarium, welches auf manchen Fotos zu sehen ist, hatte 150(L) x 60(T) x 120 (H), ließ sich aufgrund der Höhe aber schlecht heizen.

Das neue Terrarium meiner Strumpfbandnattern
Das Terrarium wird von zwei 60W Strahlern beheizt,
zusätzlich ist eine mittelstarke UV-Leuchtstoffröhre angebracht (ReptiSun 5.0).
Über Zeitschaltuhren werden um 08:00 Uhr die Strahler eingeschaltet, die
Leuchtstoffröhren ab 12:00 Uhr. Um 21:00 Uhr schalten sich die
Leuchtstoffröhren wieder ab, und um 22:00 Uhr erlöschen dann auch die Strahler
zur Nachtruhe. Bei der Montage der UV-Leuchtstoffröhren gilt zu bedenken, dass
Glas UV-Licht kaum durchlässt! Daher müssen diese entweder im Terrarium
angebracht werden oder oberhalb der Belüftungsfläche, damit genug UV-Licht
in das Terrarium dringt. Die Reichweite der UV-Strahlung ist bei
Leuchtstoffröhren recht niedrig, sie sollten nicht weiter als 50cm vom
Bodengrund angebracht werden. Über künstliche Kletterwände und -äste kommen die Tiere
der UV-Strahlungsquelle jedoch wesentlich näher. Ab und an bekommen meine
Strumpfbandnattern eine Extra-Dosis UV-Licht durch eine Osram
Ultravitalux-UV-Lampe. Diese sondert ein sehr hohes Maß an UV-Strahlung ab,
ähnlich einer Sonnenbank. Daher sollte ein Mindestabstand von 1m zu den Tieren
nicht unterschritten (Gefahr für die Augen der Tiere!), und auch eine Dauer von
15-20 Minuten nicht überschritten werden.
Die Durchschnitts-Temperatur im Terrarium liegt bei etwa 25°C. Im Terrarium gibt es Stellen mit unterschiedlichen Temperaturen, so dass die Tiere sich die gewünschte Temperaturzone selbst aussuchen können. So kann direkt im Lichtkegel eines Strahlers auch eine Temperatur von mehr als 45°C herrschen. Diese Stellen werden insbesondere morgens gerne zum Aufwärmen genutzt. Nachts, ohne Beleuchtung, sinken die Temperaturen auf Zimmertemperatur ab. Ich habe bei dem Terrarium auf zusätzliche Heizkabel oder -matten verzichtet, auch der Wasserteil ist unbeheizt, das Wasser hat somit etwas mehr als Zimmertemperatur.
Als Bodengrund wird zur Zeit eine Mischung aus Blumenerde (ungedüngt!!!) und Kokos-Quell-Terrarienerde verwendet, die eine torfähnliche Beschaffenheit hat. Holz- oder Rindenstücke sollten aus der Blumenerde entfernt werden, da Holz unverdaulich ist, und ebenso wie der Sand zu gefährlichen Magen- Darmproblemen bei den Tieren führen kann. Aus dem gleichen Grund verzichte ich auf grobe Buchenspäne, Rindenmulch o.ä, da mir schon einmal ein Tier verstorben ist, welches ein Stück Holz verschluckt hat.
Der Bodengrund sollte im Terrarium 5-15 cm hoch aufgefüllt werden, teilweise graben sich die Schlangen in der Erde ein. Für trächtige Weibchen ist die Substrathöhe unwesentlich, da Strumpfbandnattern keine Eier legen, sonder lebende Jungtiere zur Welt bringen.
Da Strumpfbandnattern gerne klettern, habe ich aus Styropor und Fliesenkleber eine künstliche Stein-Rückwand in das Terrarium gebaut. Eine solche Rückwand hat neben dem optischen Reiz für den Betrachter durch mehrere Ebenen auch den Vorteil, die Aktionsfläche der Tiere zu erhöhen und somit die Grundfläche des Terrariums quasi zu verdoppeln. Die "Felsvorsprünge" und Kletteräste werden häufig genutzt. Höhlen zum Verstecken und ggf, ein paar Grünpflanzen (ungiftig!) oder Kunstpflanzen komplettieren die Einrichtung des Terrariums.

Wichtig: Künstliche Felsrückwand und Kletteräste (altes
Terrarium)
Unabdingbar gehört ein Wasserteil zur Einrichtung eines Strumpfbandnatter-Terrariums. Damit das Wasser nicht brackig wird, habe ich einen Aquarien-Außenfilter, der das Wasser sauber und auch in Bewegung hält. Der Grund des Wasserteils ist mit Aquarienkies bedeckt. Der Größe und Tiefe des Wasserteils bzw. des Wasserbeckens sind theoretisch keine Grenzen gesetzt, er sollte aber mindestes so groß und tief sein, die Schlangen darin schwimmen und baden können.

Schwimmende Strumpfbandnatter (altes Terrarium)
Strumpfbandnattern fressen Fisch. Futterfische (Stinte)
bekommt man tiefgefroren über den Reptilien-Fachhandel. Bequem kann man die
gewünschte Menge z.B. in der Mikrowelle in einem Schälchen auftauen und
anschließend verfüttern. Die Stinte müssen auf jeden Fall mit Vitaminpulver
bestäubt werden, da ansonsten ein Vitaminmangel auftritt, an dem die Tiere nach
einiger Zeit sterben. Ich rate von der Fütterung mit Fischfilet ab, da die
Gräten der Fische ebenfalls für die gesunde Ernährung wichtig sind - ansonsten
kommt es auf Dauer zu Mangelerscheinungen!
Ein besonderer Leckerbissen sind Regenwürmer - insbesondere Jungtiere bekommt
man damit prima dazu, das erste Mal zu fressen. Auf Dauer sind Regenwürmer
allerdings eine sehr einseitige Kost und sollten nicht über einen langen
Zeitraum verfüttert werden.
Ich füttere nur ca. alle 2 Wochen, dann aber soviel die Tiere mögen.

Fütterung mit aufgetauten und vitaminpräparierten Stinten
Im Herbst ziehen sich die Schlangen meist zurück und suchen dunkle Stellen auf oder vergraben sich lange im Bodengrund des Terrariums - dann ist es Zeit für eine Winterruhe!. Oft stellen die Tiere schon von sich aus das Fressen ein, und man sieht sie kaum noch. Die Tiere werden noch einmal in handwarmem Wasser gebadet, um den Darm zu entleeren, ein paar Tage später werden die Wärmestrahler abgeschaltet. Ich mache bei meinen Strumpfbandnattern eine Winterruhe von 4-8 Wochen bei Zimmertemperatur. Wer die Möglichkeit hat, kann auch bei wesentlich niedrigeren Temperaturen (bis 10°C überwintern). Teilweise sind die Tiere während der Winterruhe kurzzeitig wach, z.B. um etwas zu trinken - daher sollte immer dafür gesorgt sein, dass frisches Wasser vorhanden ist! Gefüttert wird während der Zeit nicht.
Wenn die Strumpfbandnattern zu einer anderen Zeit als im Herbst/Frühwinter oder kurz vor/während der Häutung über mehrere Tage nicht fressen, sollten die Alarmglocken schellen und das Tier gut beobachtet werden: Generell ist es ein schlechtes Zeichen, wenn Reptilien längere Zeit nicht fressen! Generell rate ich in diesem Falle zum Besuch eines reptilienerfahrenen Tierarztes. Vor der Häutung sind die Augen blau-grau und trüb - das ist normal! Es kann vorkommen, dass ein Tier sich schlecht oder unkomplett häutet. In diesem Falle wird die Schlange in handwarmen Wasser gebadet und vorsichtig versucht, die alte Haut mit den Fingern abzulösen. Bei Häutungsproblemen an den Augen rate ich unerfahrenen Haltern zum Besuch eines reptilienerfahrenen Tierarztes. Werden nicht regelmäßig zusätzlich zum Futter Vitamine (z.B. Corvimin Reptil) verabreicht, kann es zu Vitaminmangel kommen. Dieser äußert sich schlimmstenfalls im Endstadium dadurch, dass die Schlange sich orientierungslos um die eigene Achse dreht oder auf dem Rücken liegend windet. In diesem Falle sofort zum reptilienerfahrenen Tierarzt - ansonsten lebt das Tier nicht mehr lange!
Auf Reptilien spezialisierte Tierärzte in und um
Bielefeld sind:
Dr. Silvia Blahak, Hermannstr. 1, 32756 Detmold, Tel: 05231/911640
ggf. auch Tierklinik Bielefeld: http://www.tierklinik-bielefeld.de
Das Informieren auf Internetseiten sollte keinesfalls die Anschaffung "richtiger" Literatur vor der Anschaffung der Tiere ersetzten. Hier eine kleine Zusammenstellung von Büchern über Strumpfbandnattern. Viele dieser Bücher habe ich selbst und kann die Anschaffung nur empfehlen.