Pogona henrylawsoni

Jungtiere erfolgreich großziehen


Für eine erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere gibt es einige Aspekte zu bedenken, über die ich hier im Vorfeld schon informieren möchte. 

Mein Aufzucht-Terrarium

Ich halte meine Jungtiere bis zum Verkauf in eigens dafür gebauten Aufzuchtterrarien. Die Temperatur sollte um 2-4 Grad höher liegen, als bei den adulten Tieren - also eine Durchschnittstemperatur von 28- 30 °C.

Die Aufzuchtterrarien werden von jeweils einer Repti-Sun 8.0 UV-Röhre beleuchtet. UV-Licht ist für alle Reptilien extrem wichtig, besonders aber in der Wachstumsphase. Daher tausche ich die Lampen jedes Jahr gegen neue aus, weil im Laufe der Zeit der ausgestoßene Anteil an UV-Licht nachlässt. 
Mit einer unter dem Terrarium angebrachten Heizmatte wird ggf. zusätzlich beheizt.


Aufzucht-Terrarien für den Reptilien-Nachwuchs

Die durch meine Aufzucht-Terrarien bedingte getrennte Haltung der Jungtiere hat folgende Gründe

 

Terrariengröße

Wenn Sie die Jungtiere mit nach Hause nehmen, sind sie aus dem "Gröbsten heraus", d.h., sie fressen selbstständig und machen einen gesunden und vitalen Eindruck. Damit dies so bleibt, gibt es einiges zu bedenken:

Junge Zwergbartagamen sind klein! - ...wirklich klein:

Es ist daher eine Überlegung wert, für das erste 3/4 Jahr ein kleines Terrarium zu verwenden, bis die Tiere größer geworden sind. Ein Becken der Größe 50(L)x40(T)x30(H) reicht in der ersten Zeit völlig aus und die Tiere lassen sich so besser kontrollieren.
In dem kleinen Terrarium kann auch die Einrichtung (Klettermöglichkeiten, Wassernapf etc) an die Größe der Jungtiere angepasst werden. Natürlich spricht im Grunde nichts dagegen, ein Henrylawsoni-Jungtier direkt nach dem Kauf in ein 120cm-Terrarium zu setzten, aber man wird schon genau hinsehen müssen, um das Tier in dem Terrarium zu sehen ;)

 

Bodengrund

Ich werde bei der Abholung der Jungtiere immer wieder zum Thema "Bodengrund" befragt. Im Internet und auch in der Literatur scheinen ebenso viele Meinungen wie Reptilien-Halter zu diesem Thema zu kursieren. Es ist allerdings auch so, dass jeder Bodengrund seine Vor- und Nachteile hat.
Zum Bodengrund daher hier meine eigenen, persönlichen Tipps und Erfahrungen.

Ich selbst halte meine Jungtiere auf dem "Terrano Kalzium Bodengrund".

Bodengrund Für und Wider Meine Meinung
Normaler "Sandkasten"-Sand
  • Die Sandkörner sind sehr scharfkantig - kann zu ernsthaften Augenproblemen führen! 
  • Sand backt nicht fest (negativ)
  • Hohes Gewicht!

 

Echsen adult: (-)
Echsen jung: (-)

Schlangen adult: (-)
Schlangen jung: (-)
Reptilien-Sand aus dem Zoohandel
  • Gibt es in verschiedenen Farben, sieht gut aus.
  • Nicht so scharfkantig und feiner als normaler Sand
  • Wird, wenn er feucht wird, zu einer relativ harten Schicht (positiv)
  • Birgt durch das "zusammenbacken" bei Feuchtigkeit die Gefahr, zu Verstopfungen bei den Tieren zu führen, wenn er mit den Futtertieren zusammen verschluckt wird!!
  • Bei adulten Echsen kein Problem, insbesondere, wenn aus einer Futterschale gefüttert wird.
  • Für Jungtiere wg. der Verstopfungsgefahr nicht zu empfehlen!
  • Hohes Gewicht
  • Bietet den Tieren gute Möglichkeiten, zu graben
Echsen adult: (+)
Echsen jung: (-)

Schlangen adult: (-)
Schlangen jung: (-)

 

 

Aquarien-Kies
  • Birgt keinerlei Gefahren, wenn grob genug
  • Sieht optisch gut aus
  • Bietet den Tieren keine Möglichkeit, zu graben
  • Als ausschließlicher Bodengrund eher bei Jungtieren geeignet
  • Hohes Gewicht
Echsen adult: (+/-)
Echsen jung: (+)

Schlangen adult: (+)
Schlangen jung: (+)
Blumenerde
  • Sieht gut aus
  • Keine Gefahr bzgl. Verstopfung, wenn die Erde keine groben Rindenstücke enthält
  • Niemals gedüngte Blumenerde benutzen!
  • Für Echsen und Schlagen gleichermaßen geeignet
Echsen adult: (+)
Echsen jung: (+)

Schlangen adult: (+)
Schlangen jung: (+)
Erde/Sand-Gemisch
  • Sieht gut aus
  • Keine Gefahr bzgl. Verstopfung, wenn die Erde keine groben Rindenstücke enthält
  • Niemals gedüngte Blumenerde benutzen!
  • Hier könnte auch abgekochter Sandkasten-Sand benutzt werden
  • Für Echsen und Schlagen gleichermaßen geeignet
  • Leichter als purer Sand
Echsen adult: (+)
Echsen jung: (+)

Schlangen adult: (+)
Schlangen jung: (+)
Rindenmulch o.ä.
  • Sieht gut aus
  • Für Wüstentiere ungeeignet, für tropische Echsen und alle Schlangen ideal
  • Gefahr bzgl. Verstopfung beim Verschlucken
  • Leichter als andere Bodengründe

 

Wüstentiere: (-), ansonsten:

Echsen adult: (+)
Echsen jung: (-)

Schlangen adult: (+)
Schlangen jung: (+)
Lehm
  • Sieht gut aus
  • Bietet den Tieren die Möglichkeit, zu graben
  • Wird, wenn er feucht wird, zu einer relativ harten Schicht (positiv)
  • Gefahr bzgl. Verstopfung beim Verschlucken
  • Im Trockenen, losen Zustand (z.B. wenn die Tiere gegraben haben) extrem staubig! -> Definitiv schlecht für die Augen und evtl auch die Atemwege?
  • Extrem schwer!

 

Echsen adult: (+/-)
Echsen jung: (+/-)

Schlangen adult: (+/-)
Schlangen jung: (+/-)
Terrano-Kalzium Bodengund
  • Gibt es in verschiedenen Farben
  • Sieht nur halbwegs natürlich aus (so wie sehr feiner Blähton)
  • Ist bei Verzehr vollständig abbaubar
  • Verzehrtes Substrat fördert den Knochenaufbau (Kazium)
  • Ideales Substrat für Jungtiere!
  • Nicht so schwer wie Sand
Echsen adult: (+/-)
Echsen jung: (+/+)

Schlangen adult: (+/-)
Schlangen jung: (+/+)

Füttern und Tränken

Am Anfang kann das Futter gar nicht klein genug sein. Es bieten sich daher Mehlwürmer (am Anfang die kleinsten Würmer herhaussuchen) oder Micro-Grillen (ganz junge Grillen/Heimchen) an.

Mehlwürmer sind generell unproblematisch, bei den Grillen/Heimchen ist darauf zu achten, dass alle Tiere gefressen werden. Heimchen verstecken sich gut! Es ist mir selbst schon vorgekommen, dass ein kleines Heimchen unbemerkt lange Zeit im Terrarium verbracht hat und irgenwann ein schlafendes Jungtier angefressen hat!! Heimchen sind zwar ideales Futter, da nicht so fett wie die Würmer, aber sie fressen alles an, was nicht niet- und nagelfest ist - damit meine ich z.B. auch die Terrarienrückwände! 
In einem optimal eingerichteten Terrarium haben Heimchen unglaublich viele Versteckmöglichkeiten! 

Die Jungtiere (natürlich auch die adulten Tiere) müssen regelmäßig mit Vitaminen versorgt werden. Entweder bestäubt man in regelmäßigen Abständen die Futtertiere mit Vitaminpulver (z.B. Corvimin Reptil), oder man verabreicht den Tieren die Vitamine in flüssiger Form (Vitamin-Tropfen, ähnlich wie Multivitaminsaft).
Es gilt zu beachten, dass eine Überdosierung von Vitaminen ebenso wie eine Unterdosierung zu Gesundheitsproblemen führen kann. Die richtige Dosis hängt vom Körpergewicht ab. Meine Jungtiere bekommen 1x pro Woche bestäubtes Futter oder 1-2 Tropfen.

Ich versuche, die Tiere schon während den ersten Wochen daran zu gewöhnen, auch von der Pipette zu trinken. Dabei tropfe ich mit langsamen Bewegungen Wasser aus der Pipette auf die Nasenspitze. In der Regel fangen die Tiere nach ein paar Sekunden an, das Wasser aufzulecken. So tränke ich die Jungtiere alle 2-3 Tage und habe auch genau im Blick, dass alle Tiere trinken - es kommt bei Pogona henrylawsoni vor, dass stehendes Wasser in Schalen nicht angenommen wird! Durch das Tränken per Pipette ist auch das Verabreichen von Vitaminen ein Kinderspiel!

 

Weiterführende Literatur

Das Informieren auf Internetseiten sollte keinesfalls die Anschaffung "richtiger" Literatur vor der Anschaffung der Tiere ersetzten. Hier eine kleine Zusammenstellung von Büchern zum Thema. Leider gibt es kein Buch allein über Pogona henrylawsoni, allerdings lassen sich 95% der Aspekte über Bartagamen verallgemeinern,  so dass ich auf jeden Fall zur Anschaffung eines - oder besser mehrerer - Bücher über Bartagamen rate.


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